Seit 1858 wird jedes Jahr am 3. Wochenende im August das traditionelle Erntedank- und Heimatfest gefeiert. Höhepunkte dieses Festes sind am Samstag die Illumination des "Fischerstades", der sich dann in ein "Klein-Venedig" verwandelt, der Große Festzug am Sonntag und zum Abschluß das Riesenfeuerwerk am Dienstag.
Im Vorfeld des Erntedank- und Heimatfestes werden die Girlanden für den Strassenschmuck gewickelt. Die Gesamtlänge aller Girlanden beträgt ca. 1,5 Kilometer. Neben den Girlanden ist der Erntekranz bzw. die Erntekrone ein Symbol dieses Festes. Die Ehrenjungfrauen, das immer wieder intonierte Lied " Heimat, süsse Heimat" und der sogenannte Allendorfer Nationaltanz "Triolett" (Tanzen immer und immer wieder), gehören auch dazu.
Erntekranz, Erntekrone und die Girlanden bestehen bzw. werden u.a. mit den Getreidesorten Gerste, Weizen, Roggen und Hafer umpflochten. Dieses Getreide wird aus langer Tradition von ehemaligen Erntekranzträgern und anderen Helfern auf zur Verfügung gestellten Ackerflächen von Hand geerntet und dann verarbeitet.
Schon am Freitag-Abend, bis in die frühe Nacht hinein, sind aber die Strassenfeste in der Innenstadt ein Anziehungspunkt am Beginn des Erntedank- und Heimatfestes. Leider ist auch ein Wandel im Verhalten vieler jugendlicher Besucher festzustellen, die im Übermut ihrer Freude zu sehr Ausdruck verleihen.
Ohne die Bewohner, Haus- und Strassengemeinschaften in Allendorf, die für eine weitere Ausschmückung des Stadtbildes sorgen, sähe es trotzdem etwas schmucklos und noch dunkler aus. Hingewiesen, sicher auch richtig, wird immer auf den Strassenbereich "Fischerstad" (zwischen Werra und alter Stadtmauer) und die Werra-Aue, welche besonders durch die Beleuchtung am Werraufer bei Dunkelheit ein bekannter Anziehungspunkt dieses Festes für Besucher ist.
Viele Besucher, vor allem mit Kindern, kommen nur wegen der Illuminationen nach Bad Sooden-Allendorf. Der Begriff "Klein-Venedig", natürlich bei Dunkelheit, ist gut bekannt.
Leider schafft diese Konzentratition, deren Höhepunkt ja die Illumination am Samstag-Abend ist, ein Ungleichgewicht für viele Besucher. Warum? Die umliegenden Strassen bieten dann zwar Ruhe aber so gut wie keine Sitzgelegenheiten; sie versinken auch in Dunkelheit, weil sich das "Allendorfer Fest der Feste" auf den Festplatz konzentrieren soll.
Erwähnt werden muss immer wieder die Eigeninitiative der Allendorfer Bürger. Häuser und Fassaden, speziell auch für das Fest, werden besonders herausgeputzt. Wir geben hier, öffentlich, den Dank vieler Besucher an Hausbesitzer weiter, welche immer wieder und gerne ein Plätzchen auf der Sitzbank vor ihrer Haustür anbieten.