Integration von Flüchtlingen im ländlichen Raum

Bad Sooden-Allendorf ist seit 2016 Modellkommune

In einer Auftaktveranstaltung am 24.06.2016 hat der Chef der Hessischen Staatskanzlei, Staatsminister Axel Wintermeyer, gemeinsam mit den Bürgermeistern ausgewählter Kommunen die Teilnahme am Modellvorhaben „Integration von Flüchtlingen im ländlichen Raum“ vereinbart.

„Sieben hessische Städte und Gemeinden aus sieben verschiedenen Landkreisen werden in den kommenden eineinhalb Jahren mit ihren innovativen Projekten zeigen, wie sie eine langfristige Bindung der Zuwanderer an ihren Ort sicherstellen. Sie stehen beispielhaft für die Idee, dem demografischen Wandel mit der Integration von Flüchtlingen zu begegnen. Von diesem Modellvorhaben profitieren im Endeffekt viele: die Gemeinden, die Ortsgemeinschaften und die Flüchtlinge mit Bleibeperspektive – eine Förderung des Landes gibt dazu die notwendige Starthilfe und Betreuung“, sagte Wintermeyer.

Förderung kleiner, ländlicher Kommunen

Im Mittelpunkt der mit insgesamt 300.000 Euro dotierten Initiative der Hessischen Staatskanzlei steht die Förderung kleiner, ländlicher Kommunen, die in der Zuwanderung eine Chance sehen. Zur Teilnahme am Modellvorhaben waren daher Kommunen im ländlichen Raum mit einer Größe von 5.000 bis 10.000 Einwohnern aufgerufen, die eine negative demografische Prognose haben. Eine Jury hatte die Kommunen Aarbergen (Rheingau-Taunus-Kreis), Alheim (Landkreis Hersfeld-Rotenburg), Bad Sooden-Allendorf (Werra-Meißner-Kreis), Diemelstadt (Landkreis Waldeck-Frankenberg), Laubach (Landkreis Gießen), Mengerskirchen (Landkreis Limburg-Weilburg) und Neustadt (Landkreis Marburg-Biedenkopf) ausgewählt. Die kleine Delegation aus beteiligten Ehrenamtlichen rund um Bürgermeister Frank Hix nahm an der Auftaktveranstaltung in Wiesbaden teil und unterzeichnete den Zuwendungsvertrag.

„Flüchtlinge mit dauerhaftem Bleiberecht können eine Bereicherung für die ländlichen Gemeinschaften sein. Zudem helfen sie als Teil einer vielfältigen Ortsgemeinschaft, die Probleme des demografischen Wandels wie leerstehenden Wohnraum, die Schließung von Schulen oder die Verschlechterung des öffentlichen Personennahverkehrs abzumildern. Mit dem Modellvorhaben beweisen nun sieben Kommunen, wie aus dieser Idee Wirklichkeit wird“, so Staatsminister Wintermeyer, der zugleich auch Demografiebeauftragter und Flüchtlingskoordinator der Hessischen Landesregierung ist.

https://staatskanzlei.hessen.de/pressearchiv/pressemitteilung/modellvorhaben-mit-sieben-hessischen-kommunen-gestartet-0

© Staatskanzlei

24.06.2016


Ehrenamt in Hessen - Bleib in BSA

Die organisierte Nachbarschaftshilfe des Sozialkreises BSA e.V. bietet vielseitige Möglichkeiten zur Integration und zum gegenseitigen Kennenlernen.

Als klassische Nachbarschaftshilfe bietet sie den Mitgliedern des Vereins kurzfristige, punktuelle Hilfe an. Für Geflüchtete ist die Mitgliedschaft im Sozialkreis kostenfrei, so dass sie ebenfalls von der Nachbarschaftshilfe profitieren können.

Zu den Helfern zählen mittlerweile 15 Geflüchtete, Tendenz steigend. Sie stellen allen Hilfesuchenden der Nachbarschaftshilfe ihre Zeit und ihre Fähigkeiten zur Verfügung. Dazu zählen bis jetzt das Abholen und Verteilen von Obst und Gemüsespenden von Tegut und Rewe, kleine Hilfen für ältere Menschen und Hilfe bei Umzügen.

Montagsabends bietet die Nachbarschaftshilfe ein gemeinschaftliches Kochen und Essen mit den Geflüchteten, zu dem interessierte Bürgerinnen und Bürger stets willkommen sind. Das gemeinschaftliche Essen ist eine Freude für alle Beteiligten und bietet die Möglichkeit sich gegenseitig besser kennenzulernen. Darüber hinaus kommen die Teilnehmenden in den Genuss neuer internationaler und deutscher Rezepte, neuer Gewürze und Kräuter.

Kleiderkammer

Anfang 2016 ist die Kleiderkammer, ein weiteres Projekt der Nachbarschaftshilfe, entstanden. Hier können sich Geflüchtete mit Kleidung, Bettwäsche und vielem mehr versorgen. Die Kleiderkammer ist ein Gemeinschaftsprojekt des Sozialkreises, des Deutschen Roten Kreuzes und der Rhenanus-Schule BSA, die die Räumlichkeiten zur Verfügung stellt.

Die Mitarbeiter der Kleiderkammer verbreiten über „WhatsApp“ Meldungen, wenn jemand Möbel oder Hausrat zu vergeben hat. Zur „WhatsApp“-Gruppe der Kleiderkammer haben Geflüchtete direkten Zugriff.

Die Kleiderkammer ist einmal pro Woche für drei Stunden geöffnet. Inzwischen arbeiten auch elf Geflüchtete mit und nehmen Kleiderspenden entgegen, sortieren ein und geben Sachen aus. Nachdem neue Nähmaschinen angeschafft worden sind, helfen sie auch mit, Kleidungsstücke umzuändern.

Café International

Das „Café International“, ebenfalls eine Kooperative zwischen Sozialkreis, Familienzentrum und Rhenanus-Schule BSA, ist Ende 2016 entstanden. Die Idee war, Mittwoch nachmittags zu den Öffnungszeiten der Kleiderkammer in der Rhenanus-Schule, einen Treffpunkt für Geflüchtete und Einheimische zu schaffen.

Inzwischen treffen sich hier Menschen jeden Alters, Geflüchtete und Einheimische, Erwachsene, Schüler und Kinder zum Kennenlernen, zu Gesprächen, zum Austausch von Informationen oder auch zum freundlichen Beisammensein. Ein Symbol des „Cafe International“ soll in gemeinschaftlicher Arbeit mit Geflüchteten entstehen, mit dem mehrsprachigen Slogan „Unser Café International“. Einzelne, von Geflüchteten und Einheimischen gemalte Bilder im Format 20x20 Zentimenter sollen zu einem gemeinsam erstellten Wandbild zusammengefügt werden. Das Bild wird anschließend das Café schmücken und als Poster, auf Flyern und über die lokale Presse das „Café International" einem breiteren Publikum bekannt machen.

Den vollständigen Artikel lesen Sie unter: https://www.gemeinsam-aktiv.de/dynasite.cfm?dsmid=509911