Vitale Innenstädte

Demografischer Wandel, Digitalisierung und verändertes Konsumentenverhalten sind Entwicklungen, die vor allem Kleinstädte in der Zukunft herausfordern. Dabei stehen die Stadtzentren aktuell besonders im Fokus. Die Sorge vor Verödung und aussterbenden Innenstädten geistert regelmäßig durch die deutsche Medienlandschaft. Einkäufe verlagern sich ins Internet, Frequenzen verringern sich. Haben Innenstädte deshalb keine Zukunft mehr? Diese Frage kann eindeutig verneint werden. Aber ihre Funktion wandelt sich zunehmend.

 

Um hierauf konkret reagieren zu können, nimmt Bad Sooden-Allendorf an der größten Innenstadtuntersuchung in Deutschland teil. Unterstützt vom IFH Institut für Handelsforschung aus Köln, will sich die Stadt damit nicht nur mit strukturgleichen Städten vergleichen, sondern auch Optimierungspotenziale entdecken. Dabei bewertet nicht die Stadt die aktuelle Lage, sondern Ihre Bürger. Sie sollen im Rahmen einer Befragung das Angebot vor Ort benoten. Damit möchte die Stadt den Blick von außen erfahren: Wie sehen Bürger die Stadt? Wo liegen die Stärken und Schwächen der Stadt, womit punktet sie?

 

Mit der Befragung kann die Stadt sich mit anderen Städten vergleichen und spezifische Maßnahmen für die Innenstadt auf einer soliden Grundlage diskutieren. „Die Ergebnisse werden auch den Finger in die Wunde legen, doch sind sie auch Ansporn, besser zu werden“, so Bürgermeister Hix.

 

Die Antworten sollen zugleich auch als Entscheidungsgrundlage für politische und städtebauliche Prozesse dienen. Ebenso bieten sie Ansätze, um mit Bürgern, Händlern, Vereinen und Immobilienbesitzern in der Stadt tiefer in den Dialog einzusteigen; die Vitalität einer Innenstadt wird von vielen Akteuren beeinflusst. „Attraktiver Einzelhandel und attraktive Innenstädte sind eng miteinander verbunden“, so Silvia Schmidt, Vorsitzende des Gewerbevereins HIB.

 

Das die Stadt schon hier innovativ vorgeht, beweist sie mit der Organisation der Befragung; sie wird wird gemeinsam mit dem Gewerbeverein HiB Bad Sooden-Allendorf, der Rhenanus-Schule und Wirtschaftsförderung des Werra-Meißner-Kreises durchgeführt. In dem Zusammenhang ergeben sich weitere Vorteile. „Wir können zum einen die Stadt unterstützen, zum anderen unseren Schülern im Bereich Politik und Wirtschaft einen echten Mehrwert bieten, indem sie ein reales Projekt mit begleiten“, so Dr. Möller, Leiter der Rhenanusschule in Bad Sooden-Allendorf.

 

Ablauf der Befragung:

Am 27. und 29.09. werden Schüler der Rhenanus-Schule in der Stadt Interviews durchführen. Hier wünscht sich das Organisationsteam sehr, dass genügend Antworten zusammenkommen. Die Schüler werden über ein entsprechendes Outfit erkennbar sein. In Kleingruppen werden sie in beiden Stadtteilen auf die Passanten zugehen und sie anhand eines strukturierten Fragebogens interviewen. Für ein Interview sind ca. 10 Minuten notwendig.

 

17.09.18

Stadt BSA, HIB, Rhenanus-Schule, WFG Werra-Meißner-Kreis